Jan Collaert II. (Antwerpen um 1561 – nach 1620 ebenda) nach Jan van der Straet (Brügge 1523 – 1605 Florenz), Jesus im Garten Getsemani, Kupferstich, um 1600.
Ca. 16,3 x 12,5 cm. Links und rechts unsauber bis an den Rand beschnitten, etwas knittrig, 4 winzige, hinterlegte Löchlein.
Selten.
Albrecht Dürer (nach), Die Gefangennahme Christi, Kupferstich, 16. Jhdt. (?).
Ca. 11,8 x 7,5 cm. Zahlreiche Knickspuren, im breiten weißen Rand fleckig und angeschmutzt, winziger Riss im weißen Rand (sorgfältig hinterlegt).
Seitenverkehrter Nachstich im exakten Format des Originals, ähnlich dem durch D. Gerhard Stempelius, identisch jedoch nur mit dem Exemplar im Aberdeen City Archiv. Möglicherweise ein späterer Abzug der überarbeiteten Stempelius-Platte.
Groteske Masken, nach Frans Huys (um 1522-1562) / Cornelis Floris de Vrient II. (1514-1575), 4 Kupferstiche auf Bütten, wohl um 1600.
Papiergröße etwas unterschiedlich, je ca. 10 x 10 cm. Vereinzelt etwas fleckig, alle 4 Blätter waren gefaltet.
Die Masken wurden ursprünglich vom flämischen Bildhauer und Architekten Cornelis Floris entworfen und von Frans Huys um 1550 in Kupfer gestochen. Vorliegende Blätter unterscheiden sich in der Darstellung minimal von Huys Arbeiten und sind wohl etwas später nachgestochen.
Jan Dammeszoon de Hoey (Leiden/NL um 1545 – 1615 Avon bei Fontainebleau), Mutter mit Kind, Kupferstich auf Bütten mit Wasserzeichen, um 1600, in der Platte signiert.
Ca. 14,7 x 12,2 cm. Bis an den Rand der Darstellung beschnitten, Knickspur schräg durch das Blatt, verso mit Sammlervermerk von alter Hand in Tinte.
Jan de Hoey war ein Enkel von Lucas van Leyden. Er reiste durch Italien und war während seiner Zeit in Tours 1571-1585 Hofmaler bei Henri IV. Vgl. Th.Be. Bd. 17, Seite 231.
Ausgezeichneter, gleichmäßiger Druck. Sehr selten.
Anna Maria Nicolaus Helffrichin, Kupferstichportrait, um 1600.
Ca. 13 x 9,6 cm. Bis an den Rand der Darstellung beschnitten, alt auf Bütten aufgezogen.
Das Blatt ist nicht signiert, und auch die Exemplare in der österreichischen Nationalbibliothek und im Deutschen Portraitindex geben keinen Auskunft über den Urheber.
Zur Dargestellten: Geboren 1564 in Augsburg als Anna Böcklin, Tochter des reichen Augsburger Kaufmannes Christoph Böcklin, Sie heiratete 1591 Nikolaus Helfrich aus Leipzig und verstarb dort 1596. Der Kupferstich entstand wohl nach einem Portrait von 1590.
Selten.
Johann Sadeler (Brüssel um 1550 – 1600 Venedig) nach Maerten de Vos, der Heilige Johannicius von Bithynirn als Einsiedler, Kupferstich, in der Platte signiert, um 1580.
Ca. 17 x 21 cm. Stark beschädigt, links bis an den Rand der Darstellung beschnitten, ebenda Randläsuren, fleckig, Knickspuren, alt aufgezogen auf Büttenpapier.
Wilhelm Pleydenwurff, Imago Morti (Totentanz), Holzschnitt, gedruckt Nürnberg 1493.
Ca. 26,8 x 23,4 cm, Holzschnitt ca. 19,3 x 22,5 cm. Etwas fleckig und angeschmutzt, oben mit kleiner restaurierter Fehlstelle, sorgfältig geglättete und nur von hinten sichtbare Falspuren, verso oben mit Montagespuren, das Blatt oben und unten beschnitten. Oben fehlt die Kopfzeile („Septima etas mudi“ und die Paginierung „CCLXIIII“), unten war das Blatt nach der Bildbeschreibung leer, ebenso verso.
Das berühmte Blatt aus der lateinischen Ausgabe der Schedelschen Weltchronik, gelegentlich auch Albrecht Dürer zugeschrieben, da dieser von 1486-90 in der Werkstatt von Michael Wohlgemut und seinem Stiefsohn Wilhelm Pleydenwurff seine Lehre absolvierte. So war er höchstwahrscheinlich an den Holzschneidearbeiten zur Vorbereitung der Chronik beteiligt. Selten.
Unbekannter Künstler, Bewegungsstudie, männlicher Rückenakt, Röthel auf Bütten, wohl erste Hälfte 16. Jhdt.
Ca. 24,5 x 34 cm. Das Blatt wurde sorgfältig restauriert, die Mittelfalte geglättet, die Flecken gestoppt.
Die Zeichnung wurde im 19. Jahrhundert Michelangelo zugeschrieben, damals schon beinahe so etwas wie ein Hobby der Kunsthändler und Sammler, alles, was Röthelzeichnung war, erkennbar dem Italien des 16. Jhdts. entstammte und nur einigermaßen danach aussah, wurde flugs Michelangelo zugeschrieben. Bei vorliegendem Blatt müsste jedoch unserer Einschätzung nach hierfür die Ausführung etwas mutiger und frischer sein, und auch anatomisch korrekter. Auch konnten wir das Wasserzeichen, eine sechszackige Krone mit sechszackigem Stern darüber, nicht eindeutig zuordnen. Auf der Blattrückseite finden sich noch zwei flüchtig hingeworfene Zeichnungen, eine in Tusche und eine Röthelstudie.
So ein Leser dieses Artikels eine Idee zur Zuordnung der Zeichnung hat, würden wir uns über eine Nachricht freuen.
Unbekannter Künstler, Kopie nach Hans Holbein dem Jüngeren, Fledermaus mit ausgebreiteten Flügeln, Bleistift auf Velin, 2. Hälfte 19. Jahrhundert.
Ca. 16,3 x 27,8 cm. Aufgezogen auf Karton.
Nicht nur perfekte, sondern auch sehr stimmungsvolle Wiedergabe der wunderbaren Holbein-Zeichnung von 1523, heute im Kunstmuseum Basel.
Unbekannter Künstler, Italien, 2. Hälfte 16. Jhdt. oder Holland, frühes 17. Jhdt., Studie zu einer Beweinung Christi, Röthel und weiße Kreide auf blauem Bütten.
Ca. 26 x 42 cm. Tls. starke Gebrauchsspuren, Beschädigungen, Ausrisse unten, Farbverluste an der linken Hand, vorne und rückseitig Montagespuren, links oben Monogramm von alter Hand (Besitzvermerk?) H L. Das schwere Papier mit undeutlichem Wasserzeichen mittig.
Als Urheber infrage kommt ein Italienischer Künstler des späten 16., oder aber auch, wie ein befreundeter Kunstwissenschaftler anmerkte, auch ein von der italienischen Kunst der Zeit geprägter Holländer des frühen 17. Jhdts.
Trotz der Beschädigungen eine erkennbar eindrucksvoll souveräne Zeichnung.
Albrecht Dürer, Ritter Tod und Teufel, NACH Dürers Kupferstich von 1513, Faksimile-Reproduction der Bundesdruckerei Berlin (mit dem Stempel in Blau verso), exakt nachgestochener Kupferstich in Originalgröße, wohl um 1960.
Plattenrand ca. 26,5 x 20,8 cm, Bildmaß ca. 24,5 x 18,7 cm, Blattmaß ca. 45 x 33 cm. Zustand gut, im weißen Rand etwas fleckig, rückseitig etwas stärker fleckig.
Donauschule - Feselen Melchior (zugeschrieben), Brautlauf, Federzeichnung auf Bütten, um 1520.
Ca. 32,5 x 18,5 cm. Etwas knittrig und fleckig, aus zwei Blättern zusammengefügt, Faltspuren. Verso beschriftet „Moniatsch“ in brauner Feder und von späterer Hand Melchior Feselen zugeschrieben, des Weiteren mit Schreibübungen, Rechnungen und Wappenzeichnung in Bleistift. Wie immer in den Zeiten, in denen Papier teuer und rar war, wurde es wiederholt verwendet.
Es handelt sich hier vermutlich um eine Brauchtumsszene, bei der die Braut vor Zeugen (vier berittene Männer) aus ihrem Heim entführt und in das Haus des Bräutigams gebracht wird.